Schlagwort: Flüchtlinge

“Queremos flores” – Konzertlesung mit Gioconda Belli in Wiesbaden

Gioconda Belli

Gioconda Belli, by Jorge Mejía Peralta via Flickr, [ CC BY 2.0]

Am 20. Juni 2015 fand im Kulturforum Wiesbaden – anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Ocotal – Wiesbaden – die Konzertlesung mit Gioconda Belli und dem Grupo Sal Duo statt. Veranstalter war der Verein Nueva Nicaragua e. V. Gioconda Belli las an diesem Abend aus ihrer neuen Anthologie “Die Frau, die ich bin”, in der poetische Höhepunkte ihrer zuvor erschienenen Gedichtebände “Wenn du mich lieben willst”, “Feuerwerk in meinem Hafen”, “Feuer bin ich in der Ferne”, “Ich bin Sehnsucht, verkleidet als Frau” und “Davor, die Jugend” versammelt sind. Übersetzt wurde sie von Lutz Kliche, der auch einige ihrer Romane aus dem Spanischen ins Deutsche übertragen hat. Ich hatte das große Glück, an diesem Abend dabei zu sein: Es war ein eindrückliches, tief bewegendes und unvergessliches Erlebnis.

[…] Morgen vergesse ich die Angst,
fürchte nicht mehr die einsamen Strecken,
noch das Erwachen ohne Dach.
Ich verscheuche die Gespensterwolken,
den anschleichenden Tod,
gebe zu, dass ich glücklich bin,
ganz einfach glücklich.
Ich verliere die tiefe Angst vor dem Glück. [1]

Gioconda Belli Ein Rest der Angst / Esquinas del miedoaus dem nicaraguaischen Spanisch von Anneliese Schwarzer

Biografisches

Gioconda Belli wurde 1948 in Managua, Nicaragua geboren, mit 18 Jahren war sie verheiratet und widersetzte sich ihrem Ehemann, der ihr nicht gestatten wollte, in einer Werbeagentur zu arbeiten. Durch diese Arbeit kam sie in Kontakt mit der Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN), sie war zu dieser Zeit bereits Mutter einer 1-jährigen Tochter, und beteiligte sie sich ohne Wissen ihres Ehemannes am Widerstand gegen die damals herrschende Somoza-Diktatur.

Ihre ersten Liebesgedichte veröffentlichte sie in der Tageszeitung “La Prensa”, welche von der erzkatholischen Gesellschaft (und Regierung) Nicaraguas als Affront aufgefasst wurden und auch den Bruch mit ihrer Familie markierten.

1974 flüchete Gioconda Belli zuerst nach Mexiko und danach nach Costa Rica ins Exil. Sie kehrte im Jahr 1979 nach dem Sturz der Somoza-Diktatur durch die Sandinisten nach Nicaragua zurück. In ihrer Anthologie “Truenos y arco iris” (“Donner und Regenbogen”), erschienen 1982, behandelte sie die Zeit vor dem Sturz Somozas.

Nicaragua geriet später erneut in einen Bürgerkrieg, den sog. Contra-Krieg, der von den USA finanziert wurde. In der Folge legte Gioconda Belli ab 1986 ihre politischen Funktionen in der FLSM und im Innenministerium nieder und arbeitete fortan nur noch als Schriftstellerin. 1988 gelang ihr mit “La mujer habitada” (“Bewohnte Frau”) der internationale Durchbruch als Schriftstellerin.

Bei den Wahlen in Nicaragua im Jahr 1990 siegte das Bündnis der konservativen Opposition. Gioconda Belli zog sich daraufhin in die USA zurück und kritisierte wiederholt das Politikverständnis und die Selbstherrlichkeit der sandinistischen Führungsriegen. [2]

Seit 1990 lebt sie mit ihrer Familie wechselweise in Los Angeles/USA und Managua/Nicaragua. [3]

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Flüchtlinge: Beliebte Opfer von Menschen- und Organhändlern

Wien: Demo für alle

By Haeferl (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Es gibt einen weltweit florierenden Welthandel mit Organen. Zunehmend wird auch die Notsituation von Flüchtlingen ausgenutzt um an “Nachschub” zu kommen.

So ist zum Beispiel Ägypten zum regionalen Knotenpunkt für Organhandel geworden. Im Jahr 2010 wurden beispielsweise, wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, ca. 14.000 Flüchtlinge aus Eritrea, dem Sudan und Äthiopien von Schleusern über die Grenze nach Israel gebracht und auf dem Weg dorthin von organisierten Kriminalitätsbanden abgefangen um Lösegeld zu erpressen. Zentral sind hier u.a. die Flüchtlingslager Mai Aini in Äthiopien und Shagarab im Sudan. Flüchtlinge, die nicht von ihren Familienmitgliedern freigekauft werden konnten wurden an Banden im Nord-Sinai verkauft, getötet und ihrer Organe beraubt. Ausgelöste Flüchtlingsfrauen berichten u.a. davon mit Elektroschockern traktiert und mit Stöcken vergewaltigt worden zu sein – teilweise mussten die Angehörigen dies zu Hause über das Telefon mit anhören. Ein CNN-Bericht aus dem Jahr 2012 berichtet davon, dass ein Menschenhändler seine eigene, aus einer Vergewaltigung entstandene drei Monate alte Tochter brutalst gefoltert und auf den Kopf geschlagen habe.

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